Also liebe Grönlandfreunde,
ich war nun schon Ende der 90ér und zuletzt 2001 in der Arktis unterwegs.
Die ersten Jahre meiner Besuche in diesem Land waren von Erstaunen, Abenteuer, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Menschen geprägt.
Die Landschaften und die Tiere vielfälltig. Das Land unberührt und sauber.
Man konnte sich seinen "arktischen Träumen" hingeben und war einer der wenigen die dieses Land unter Schwierigkeiten bereisten.
Die Reiseerleichterungen und Infrastrukturverbesserungen sind aufgrund der Fortentwicklung des Landes nicht aufzuhalten und lobenswert.
Heute reisen alle Arten von Touristen in dieses herrliche Land und verbringen meist einige Tage in den neu gebauten Hotels und Pensionen.
Seit der Ernennung der Icefjordes zum Weltkulturerbe ist es mit der Ursprünglichkeit dieses Landstriches aber zu Ende.
Ich war erschrocken und erstaunt zugleich wie schnell und professionell Häuser und Hotels in den kleinen Gemeinden hochgezogen wurden und werden.
Es wachsen kleine Städte heran, die sich auf den Tourismus in der Zukunft und die Bodenschätze und deren Arbeiter vorbereiten.
Es herrscht allenthalben Goldgräberstimmung bei den Dänen, Amerikanern, Russen und sonstigen "südlicheren" Völkern, um die Bodenschätze auszubeuten. Die Inuit haben wie immer meines Erachtens, dass nachsehen. Ich wünsche dem Volk der Inuit, dass sie sich nicht vom Kommerz der sogenannten Zivilisation überrollen lassen.
Wir durften Teilnehmen an den ersten Verteilungskämpfen die sich zwischenzeitlich entwickeln. Dadurch dass einige alte Gewohnheiten und Gebräuche die Landnahme regeln (das Land gehört Allen, man spricht sich beim Hausbau mit dem Nachbarn ab) sind findige Geschäftsleute dabei die besten Stücke Land zu besetzen und zu vermarkten. Es werden an aussichtsreichen Stellen Hotels ... geplant. Erste touristische Ziele wie "Port Victor" nur noch für reiche und zahlende Besucher angefahren und der Landgang nur dann gewährt wenn du dort in einer der Hütten übernachtest..
Das gipfelt dann in der Frechheit das dass Jedermannsrecht untergraben wird und man von den Touristenunternehmern abgeblockt wird diese Gegenden mit Zelt und Wanderschuhen zu besuchen. An diesen Leuten verdient man ja nichts. Diese Unternehmer ein Zusammenschluß von drei "wie üblich" dänischen Investoren (Fluglinie, Investor und Einzelunternehmer) wollen in Zukunft den Tourismusmarkt in Grönland beherrschen.
Dies ist der Untergang der Ursprünglichkeit weil immer mehr Angebote für Pseudoabenteuerer angeboten werden.
Ich durfte zum Glück noch ein anderes Bild von Grönland erleben.
Der Pauschalreisende kann sich freuen, für viel Geld seinen französischen Wein mit kulinarischer Küche aus Grönland zu geniesen das wiederum teuer erkauft wird. Wal wird zum Teil nur noch aus touristischen Gründen gejagt. Die Touristen zahlen kräftig für ein Walsteak. Nur um zu behaupten wir haben Wal gegessen. Das sind dann auch die Leute die dann gegen den Walfang sind. Was für ein Widerspruch.
Der Trekker oder Rucksackreisende der die Ursprünglichkeit und den Zauber einer Kultur oder Landschaft sucht hat in dieser Gesellschaft nichts mehr zu suchen.
Fazit:
Ich wollte meiner Tochter, die sich eine Reise in dieses Land gewünscht hat, meine Eindrücke und Erlebnisse wie ich Sie kannte zeigen. Außer einer Enttäuschung über den Kommerz in diesem Land hat Sie nur die landschaftlichen Eindrücke mitgenommen.
Dieses Land ist für Pauschaltouristen der Reedereien mit ihren großen Schiffen wie geschaffen. Schnell und bequem hin, rein kurz mal schaun mächtig bezahlen dann was essen und dann schnell wieder weg.
So mag nun jeder selbst entscheiden ob er diesen Kult mehr oder weniger unterstützt.
